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Studienförderung

Steuerrechtliche Behandlung der Studienkosten*

Am 25.11.2011 hat der Bundesrat dem „Gesetz zur Umsetzung der Beitreibungsrichtlinie sowie zur Änderung steuerlicher Vorschriften (Beitreibungsrichtlinie-Umsetzungsgesetz – BeitrRUmsG)“ zugestimmt, mit dem nun die steuerlichen Vorschriften über die Abzugsfähigkeit der Aufwendungen für ein Erststudium, das zugleich eine Erstausbildung vermittelt, wie folgt geändert werden:

1. Anhebung des als Sonderausgaben abzugsfähigen Höchstbetrags von 4.000 € auf 6.000 € jährlich. Diese Anhebung gilt erst ab dem Veranlagungszeitraum 2012, d.h. bis einschließlich 2011 bleibt es bei 4.000 € jährlich.

 2. Einfügung eines neuen  4 Abs. 9 und eines neuen  9 Abs. 6 sowie Änderung des  12 Nr. 5 EStG mit dem Inhalt, dass Aufwendungen des Steuerpflichtigen für seine erstmalige Berufsausbildung oder für sein Erststudium, das zugleich eine Erstausbildung vermittelt, keine Betriebsausgaben bzw. Werbungskosten (Ausnahme: „wenn diese Berufsausbildung oder dieses Erststudium im Rahmen eines Dienstverhältnisses stattfinden“) sind. Diese vom Gesetzgeber als Klarstellung bezeichneten Regelungen sollen rückwirkend ab dem Veranlagungszeitraum 2004 gelten.

Mit der zuletzt genannten „Klarstellung“ soll der für die Studierenden günstigen Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (drei Urteile des VI. Senats des BFH vom 28.7.2011) rückwirkend der Boden entzogen werden. Nach dieser Rechtsprechung sollten auch die Aufwendungen für ein Erststudium bzw. für die erstmalige Berufsausbildung als vorweggenommene Werbungskosten (und nicht etwa der Höhe nach begrenzt als Sonderausgaben) berücksichtigt werden können. Zur Begründung verwies der BFH darauf, dass der ursprüngliche gesetzgeberische Wille sich nicht hinreichend im bisherigen Gesetzeswortlaut abbilde.

Ob nun diese Überlegungen des Gesetzgebers, den Gesetzeswortlaut rückwirkend anzupassen, auch vor den Finanzgerichten Bestand haben werden, kann zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht abgeschätzt werden. Sollten Sie im konkreten Einzelfall durch die Rückwirkung benachteiligt werden, könnten Sie ggf. Rechtsmittel einlegen; bitte wenden Sie sich insoweit an Ihren steuerlichen Berater.

Das Finanzgericht Münster hat zur Frage der Rückwirkung mit dem am 1.2.2012 veröffentlichten Urteil vom 20.12.2011 entschieden, dass in der vorgenannten rückwirkenden Gesetzesänderung zum 1. Januar 2004 eine zulässige sog. „echte Rückwirkung" zu sehen ist. Damit sei der Abzug der Kosten für ein nach dem Abitur aufgenommenes Erststudium auf jährlich 4.000 Euro beschränkt (sog. Sonderausgaben). Zugleich hat das Finanzgericht aber auch die Revision zum Bundesfinanzhof zugelassen, so dass abzuwarten sein wird, ob der Bundesfinanzhof diese Entscheidung bestätigt oder verwirft.

Die Aufwendungen für ein Erststudium nach einer abgeschlossenen Berufsausbildung sind davon unberührt als Werbungskosten in voller Höhe von der Steuer absetzbar (Bundesfinanzhof, Urteil vom 18. Juni 2009, Aktenzeichen VI R 14/07). Einzelheiten hierzu sind in einer Kurzinformation zusammengestellt. 

Begabtenförderung Berufliche Bildung*

Das Förderprogramm des Bundesministeriums für Bildung und Forschung ((BMBF) zielt auf qualifizierte Absolventinnen und Absolventen einer dualen Berufsausbildung, die jünger als 25 Jahre sind. Die Qualifizierung ist nachzuweisen durch das Ergebnis der Berufsabschlussprüfung mit mind. 87 Punkten oder besser als "gut". Durch Zuschüsse zu den Kosten werden maximal für drei Jahre fachbezogene berufliche Weiterbildungsmaßnahmen gefördert. Die Auswahl der Stipendiaten übernehmen die Stellen, die für die Berufsausbildung zuständig sind, in der Regel die Kammern. Weitere Informationen enthält die Richtlinie Begabtenförderung Berufliche Bildung des BMBF.

Aufstiegsstipendium - Studienstipendien für beruflich Begabte*

Im Rahmen der neuen Qualifizierungsinitiative der Bundesregierung - Aufstieg durch Bildung - bietet das Bundesministerium für Bildung und Forschung ((BMBF) mit dem Programm Aufstiegsstipendium Frauen und Männern, die eine Berufsausbildung besonders erfolgreich absolviert haben und über mindestens zwei Jahre Berufserfahrung verfügen, einen finanziellen Anreiz zur Aufnahme eines Studiums. Die Aufstiegsstipendien ergänzen die bestehende Begabtenförderung in der beruflichen Bildung und im Hochschulbereich. Mit dem Aufstiegsstipendium wird u.a. ein berufsbegleitendes Studium an einer staatlichen oder staatlich anerkannten Hochschule für die Regelstudienzeit gefördert (jährlich 2.000 € für Maßnahmenkosten). Weitere Informationen zu dieser Förderung können Sie auf der Website des BMBF abrufen. 

Bildungsprämie*

Berufliche Weiterbildung mit der Bildungsprämie heißt: Sie finden/suchen einen Kurs, einen Lehrgang oder ein Seminar, bei dem Sie etwas Neues für Ihren Beruf lernen. Sie bekommen die Hälfte (seit 1.1.2010 bis zu 500 Euro) der Gebühr vom Staat dazu. Die Bedingungen sind einfach: Sie sind erwerbstätig und liegen unter einer Einkommensgrenze von maximal 20.000 Euro bei Alleinstehenden bzw. 40.000 Euro bei gemeinsam Veranlagten. Bitte beachten Sie, dass Sie die Bildungsprämie zeitlich vor Ihrer Einschreibung beantragen.

BAföG*

Der Besuch der Hochschule der Sparkassen-Finanzgruppe ist mit dem Besuch einer staatlichen Hochschule gemäß 2 Abs. 2 BaföG gleichwertig. D.h., für das Bachelor-Studium an der Hochschule kann grundsätzlich Ausbildungsförderung beantragt werden. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung informiert ausführlich über die Förderungsvoraussetzungen unter  www.das-neue-bafoeg.de.

KfW-Studienkredit*

Die KfW-Bankengruppe bietet Studierenden einen Studienkredit an, der im Vergleich zu anderen Angeboten für Studienkredite deutliche Vorteile aufweist. Mehr Informationen hierzu finden Sie unter  https://studienkredit.kfw.de/.

Englische Sprachkompetenz

Die Hochschule der Sparkassen-Finanzgruppe kooperiert mit dem Marktführer für webbasiertes Fremdsprachentraining Auralog. Den Studierenden der Hochschule steht damit ein mediales Zusatzangebot zur Optimierung ihrer Fremd­sprachenkompetenzen in Englisch offen. Der von Auralog bereitgestellte Online-Englisch-Sprachkurs bietet eine sehr gute Vor­bereitung auf die englischen Studieninhalte der Bachelor-Studiengänge. Die Studierenden der Hochschule profitieren von Sonderkonditionen für das webbasierte Sprachtraining.

Stipendien

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung hat eine umfassende Online-Datenbank entwickelt, die die Stipendienmöglichkeiten abbildet: www.stipendienlotse.de

* Wir weisen darauf hin, dass die Aufzählung von Fördermöglichkeiten für Studierende nicht abschließend ist und sich die Fördermöglichkeiten und -bedingungen im Zeitverlauf ändern können. Die zusammengestellten Informationen erfolgen ohne Gewähr.