Förderung von Studienkosten*

Weit über 90 % der Studierenden an unserer Hochschule werden von ihren jeweiligen Arbeitgebern u. a. durch eine (Teil-)Finanzierung von Studiengebühren, Freistellungen und Arbeitszeitreduzierung im Studium gefördert. Es ist daher ratsam, vor Aufnahme des Studiums an unserer Hochschule die Fördermöglichkeiten durch den eigenen Arbeitgeber zu erfragen. 

Aber auch für diejenigen, die das Studium aus eigener Motivation aufnehmen und mit eigenen Mitteln finanzieren, gibt es eine Reihe von Förderangeboten, die hier exemplarisch aufgezeigt werden:

Die Hochschule der Sparkassen-Finanzgruppe hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Aktivitäten der Sparkassen und ihrer Verbundunternehmen zur Förderung von Mitarbeiterinnen mit Führungs­potenzial nachdrücklich zu unterstützen. Hierfür bietet unsere Hochschule ein spezielles Stipendienprogramm für den MBA-Studiengang „Management of Financial Institutions“ an. Weitere Informationen erhalten Sie hier.

Die KfW-Bankengruppe bietet Studierenden einen Studienkredit an, der im Vergleich zu anderen Angeboten für Studienkredite deutliche Vorteile aufweist. Mehr Informationen hierzu finden Sie hier.

Das Weiterbildungsstipendium ist ein Förderprogramm des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF). Es unterstützt junge Menschen nach dem besonders erfolgreichen Abschluss einer Berufsausbildung bei der weiteren beruflichen Qualifizierung. Das Stipendium fördert fachliche Lehrgänge, fachübergreifende Weiterbildungen und unter bestimmten Voraussetzungen auch ein berufsbegleitendes Studium.Weitere Informationen erhalten Sie hier.

Das Aufstiegsstipendium unterstützt Berufserfahrene bei der Durchführung eines ersten akademischen Hochschulstudiums.Das Stipendium ist ein Programm der Begabtenförderung und unterstützt Menschen, die in Ausbildung und Beruf ihr besonderes Talent und Engagement bewiesen haben. Die SBB-Stiftung Begabtenförderung berufliche Bildung führt im Auftrag und mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung die Auswahl der Stipendiatinnen und Stipendiaten durch und begleitet sie während ihres Studiums.Weitere Informationen können Sie hier abrufen.

Der Besuch der Hochschule der Sparkassen-Finanzgruppe ist mit dem Besuch einer staatlichen Hochschule gemäß § 2 Abs. 2 BaföG gleichwertig. D. h. für das Bachelor-Studium an der Hochschule kann grundsätzlich Ausbildungsförderung beantragt werden. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung informiert ausführlich über die Förderungsvoraussetzungen unter www.bafög.de.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung hat eine umfassende Online-Datenbank entwickelt, die die Stipendienmöglichkeiten abbildet: www.stipendienlotse.de oder unter www.mystipendium.de

Bildungsfonds (auch Studienfonds genannt) finanzieren sich über private Geldgeber und bringen Investoren und High Potentials zusammen. Nach einem Bewerbungs- und Auswahlprozess werden bankenunabhängige und sozialverträgliche Studienfinanzierungen für ein Studium im In- und Ausland angeboten. Das Besondere ist, dass der Bildungsfonds erst nach Abschluss des Studiums einkommensabhängig - anhand eines festen Prozentsatzes des Bruttoeinkommens - über einen bestimmten Zeitraum zurückgezahlt wird. Weitere Informationen erhalten Sie unter: www.bildungsfonds.de

Die Bundesregierung bietet gemeinsam mit der KfW und dem Bundesverwaltungsamt Schülern und Studierenden in fortgeschrittenen Ausbildungs- und Studiumsphasen eine zinsgünstige Förderung an, die neben BAföG-Leistungen und dem eigenen Einkommen bezogen werden kann. Die Förderung beträgt bis zu 300 Euro monatlich für maximal 24 Monate. Der Bildungskredit wird vier Jahre nach der ersten Auszahlungsrate in monatlichen Raten von 120 Euro zurück gezahlt. Weitere Informationen und Antragstellung unter https://www.bva.bund.de/DE/Themen/Bildung/Bildungskredit/bildungskredit-node.html

Die Kosten eines Studiums zählen steuerlich zu den Aus- und Fortbildungskosten. Ausbildungskosten entstehen bei dem Erwerb von Grundkenntnissen für einen künftigen Beruf, Fortbildungskosten entstehen bei der Erhaltung und Erweiterung der beruflichen Kenntnisse in einem bereits ausgeübten Beruf.

Aufwendungen für ein Studium können steuerlich Sonderausgaben oder Werbungskosten (in seltenen, hier nicht betrachteten Einzelfällen auch Betriebsausgaben) darstellen und steuermindernd geltend gemacht werden. Der wesentliche materielle Unterschied liegt darin, dass Werbungskosten der Höhe nach unbegrenzt, Sonderausgaben jedoch nur begrenzt geltend gemacht werden können.

Die konkrete Einordnung ergibt sich nach der aktuell gültigen Rechtslage wie folgt:

Aufwendungen für eine erstmalige Berufsausbildung und für ein Erststudium, dem keine abgeschlossene Berufsausbildung vorangegangen ist, werden vom Gesetzgeber den Kosten der privaten Lebensführungen gem. § 12 Nr. 5 EStG zugeordnet (Ausnahme: die Ausbildung bzw. das Studium ist Gegenstand eines Dienstverhältnisses). Damit scheidet ein Werbungskostenabzug aus (und das schon für Veranlagungszeiträume ab 2004). Stattdessen sind die Aufwendungen lediglich begrenzt als Sonderausgaben abzugsfähig, und zwar bis zu einem Höchstbetrag von 6.000 € im Kalenderjahr (ab 2012; von 2004 bis 2011 galt ein Höchstbetrag von 4.000 €).

Eine Berufsausbildung liegt vor, wenn der Beruf im Rahmen eines öffentlich-rechtlich geordneten Ausbildungsgangs oder einer gleichgestellten Bildungsmaßnahme erworben und mit einer Prüfung abgeschlossen wird. Dazu hat der Gesetzgeber mit dem am 30.12.2014 veröffentlichten sog. Zollkodex-Anpassungsgesetz in § 9 Abs. 6 EStG geregelt, dass eine Berufsausbildung als Erstausbildung dann vorliegt, „wenn eine geordnete Ausbildung mit einer Mindestdauer von 12 Monaten bei vollzeitiger Ausbildung und mit einer Abschlussprüfung durchgeführt wird. Eine geordnete Ausbildung liegt vor, wenn sie auf der Grundlage von Rechts- oder Verwaltungsvorschriften oder internen Vorschriften eines Bildungsträgers durchgeführt wird. Ist eine Abschlussprüfung nach dem Ausbildungsplan nicht vorgesehen, gilt die Ausbildung mit der tatsächlichen planmäßigen Beendigung als abgeschlossen. Eine Berufsausbildung als Erstausbildung hat auch abgeschlossen, wer die Abschlussprüfung einer durch Rechts- oder Verwaltungsvorschriften geregelten Berufsausbildung mit einer Mindestdauer von 12 Monaten bestanden hat, ohne dass er zuvor die entsprechende Berufsausbildung durchlaufen hat“.

Ein Erststudium ist ein Studium an einer Universität, Hochschule, Fachhochschule oder einer privaten oder kirchlichen Bildungseinrichtung, die nach Landesrecht als Hochschule anerkannt ist (sowie ggf. an einer Berufsakademie). Ein Erststudium liegt vor, wenn ihm kein anderes durch einen berufsqualifizierenden Abschluss beendetes Studium oder keine abgeschlossene Berufsausbildung vorausgegangen ist.

Aufwendungen für die Fortbildung in einem ausgeübten Beruf (oder in einem gegenwärtig nicht ausgeübten Beruf mit der Absicht der Wiederaufnahme der Tätigkeit) können - in Abgrenzung zur Ausbildung - als Werbungskosten unbeschränkt geltend gemacht werden, selbst dann, wenn die Höhe der Werbungskosten die Höhe der Einkünfte des Jahres übersteigt.

Diese Rechtslage ist derzeit allerdings in der Schwebe. Denn der VI. Senat des Bundesfinanzhofs (der sog. Lohnsteuersenat) hat im Herbst 2014 dem Bundesverfassungsgericht die Frage vorgelegt, ob es mit dem Grundgesetz vereinbar ist, dass nach § 9 Abs. 6 EStG Aufwendungen des Steuerpflichtigen für seine erstmalige Berufsausbildung oder für ein Erststudium, das zugleich eine Erstausbildung vermittelt, keine Werbungskosten sind, wenn diese Berufsausbildung oder dieses Erststudium nicht im Rahmen eines Dienstverhältnisses stattfindet. Nach Auffassung des BFH sind Aufwendungen für die Ausbildung zu einem Beruf als notwendige Voraussetzung für eine nachfolgende Berufstätigkeit beruflich veranlasst und demgemäß auch als Werbungskosten einkommensteuerrechtlich zu berücksichtigen. Denn sie dienten der Erzielung einkommensteuerpflichtiger Einkünfte. Der Ausschluss des Werbungskostenabzugs verstoße gegen das aus Art. 3 Abs. 1 GG abgeleitete verfassungsrechtliche Gebot der Besteuerung nach der finanziellen Leistungsfähigkeit und sei auch nicht mit Vereinfachung und Typisierung zu rechtfertigen.

Auf diese Vorlage hat nun jüngst auch die Finanzverwaltung mit Schreiben vom 20.2.2015 reagiert und - um Masseneinsprüche zu vermeiden - diesen Punkt in die sog. Vorläufigkeitsliste aufgenommen, d. h. alle einschlägigen Festsetzungen der Einkommensteuer sind in diesem Punkt vorläufig vorzunehmen; Einsprüche können insoweit bis auf weiteres unterbleiben. Soweit in der Vergangenheit bereits Einsprüche eingelegt wurden, ruhen diese Verfahren bis zur Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts, dem für die weitere Entwicklung nun die entscheidende Bedeutung zukommt.

* Wir weisen darauf hin, dass die Aufzählung von Fördermöglichkeiten für Studierende nicht abschließend ist und sich die Fördermöglichkeiten und -bedingungen im Zeitverlauf ändern können. Die zusammengestellten Informationen erfolgen ohne Gewähr.